• Renée Schipp:
    "Licht- und Schattenspiele in vielen Variationen von Godehard Lietzow", in Berliner Morgenpost, Berlin, 9.3.1993
    Berliner Morgenpost
    9. März 1993

    Licht- und Schattenspiele in vielen
    Variationen von Godehard Lietzow


    "Godehard Lietzow ist mit großformatigen Kompositionen in Aquarell in einer Einzelausstellung in der Galerie Ludwig Lange vertreten. Der Künstler hat in den vergangenen drei Jahren einen erstaunlichen Stilwandel vollzogen.
    Seine Formen sind durchdringender und heftiger geworden. Farbkontraste werden vertieft. diagonale Farbkörper entstehen, die leuchtend aus dunkel abgestuften Farbflächen hervortreten.
    Topographien werden in Farbbewegung umgesetzt – so schlängelt sich der Fluss (Blue River I und II) zwischen den bedrohlichen kompakten Zackenbewegungen der Landzungen hindurch.
    Aus schwarz-grauen Rauchfeldern reißt eine gleißende Feuerspur die Fläche schräg auf – wolkige, treibende Rauchbewegungen werden im durchdringenden Gelb und Orange des Feuers vertieft ("Die Nacht und das Feuer II: Weltenbrand"). Im Spiel mit den elementen wird die pastellfarbene, sprudelnde Wasserbewegung von geometrischen Formen eingegrenzt.

    In den Variationen des Blaus entstehen im Licht- und Schattenspiel von Farbkontrasten Blaufigurationen, die sich wie säulenhafte Organismen aus der Leinwand entwickeln.
    ein Gesichter- und Körperornament, das einer blühenden Landschaft in Blau-, Grün-, Violett- und Gelbabstufungen gleicht, verbindet im fließenden, tropfenden und gewebefeinen Farbausdruck Figuration und Vegetation zu einem poetischen Gleichnis ("Blauwasserfeld III").
    Poetische Verdichtung und spirituelle Kraft bestimmen die Kompositionen von Godehard Lietzow."

    Renée Schipp

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